Der Schiffscontainer aus Deutschland hat mich in Boma erreicht

Es begann im Februar dieses Jahres…

Nachdem ich bereits einen Monat ehrenamtlich im Krankenhaus Kiveve in Boma mitgearbeitet hatte, erzählte ich meinem Papa unter welch einfachen Bedingungen das dortige Personal, doch so gute Arbeit leistet. Dabei fehlte es an jeder Ecke, selbst an grundlegensten Materialien die sie dringend benötigen würden und sich so sehr wünschten. Als Pater Jean Leonard mir erzählte, dass er jedes Jahr Pakete per Schiffscontainer aus Deutschland nach Boma geschickt bekommt, entsprang meinem Papa die Idee einige Sachspenden, vor allem Klinikmaterial, zu sammeln und per Container von Deutschland zu uns nach Boma mitzuschicken. Daraufhin habe ich zusammen mit dem Personal des Krankenhauses eine Bedarfsliste erstellt, welche Materialien sie benötigten.

Gesagt, getan. Über zwei Monate sammelte mein Papa in der bayerischen Heimat, zusammen mit Freunden von mir, Material für die Klinik und inzwischen auch für die umliegenden Waisenhäuser. Durch die Coronakrise verzögerte sich ja nicht nur die Abfahrt des Schiffes, sondern änderte sich auch der Schwerpunkt meiner Arbeit hier vor Ort. Ende Mai ging es für das Schiff schließlich los, auf die lange, weite Reise nach Afrika in die Demokratische Republik Kongo.

Sehnsüchtig wartete ich hier in Boma auf die Ankunft des Schiffes. Wenn ich jedoch eins mit Sicherheit hier im Kongo gelernt habe, dann ist es Geduld zu haben. Bereits vor zwei Wochen erhielten wir die Nachricht, das Schiff ist im Kongo angekommen, muß nur noch durch den Zoll in Matadi, bis es weiter nach Boma kann. Wieder hieß es warten.. Zwischenzeitlich wurde mein geplanter Rückflug Ende Juli, von der Fluggesellschaft auf Grund der Coronakrise, bereits das zweite Mal storniert. Wie ich finde ein großes Glück, um die Schiffsaktion doch noch persönlich beenden zu können.

Endlich war es dann soweit und der Container mit unseren Sachspenden erreichte Boma!!!

Die Vorfreude war riesig. Lange hab ich auf diesen Moment gewartet.

Ein LKW sollte uns die Sachen vom Hafen ins Priesterseminar bringen. Gespannt habe ich besagten Nachmittag in unserer Einfahrt, auf die Ankunft des LKWs gewartet. Irgendwann war es soweit, der LKW mit den Sachspenden aus Deutschland erreichte uns.

Als der Laster am Grundstück ankam und ich auf der Ladefläche einen riesigen Karton sichtete, beschriftet mit der Handschrift meines Papas “Hospital Kiveve“, war dies schon ein sehr bewegender Moment für mich. Ein halbes Jahr bin ich jetzt bereits im Kongo, mit dieser Aktion fing im Februar alles für mich an und so nimmt langsam auch alles sein Ende.

Die Ladefläche des LKWs wurde geöffnet, 11 Kisten wurden abgeladen und in ein zuvor leergeräumtes Zimmer gebracht.

Sofort begann ich die Kisten zu öffnen.

Ich staunte nicht schlecht, was für tolle Sachen dabe waren.

Angefangen beim zahlreichen, hochwertigen Klinikmaterial, bis zu Kinderschuhen und Kleidung, für Kinder aus dem Waisenhaus und aus ärmeren Familien. Sehr begeistert war ich persönlich von den zahlreichen, guten Kinderschuhen. Diese sind hier sehr gefragt, da die Qualität der Schuhe aus dem Kongo nicht so gut ist.

Die letzten Tage wurde sortiert, geordnet und zusammengebaut.

Am Wochenende haben Pater Jean Leonard und ich, dem Krankenhaus Kiveve die Sachspenden gebracht.

Sr Emily, die Leitung der Pflege, nahm mit zwei Kolleginnen die Materialien entgegen.

Die Freude war vor allem bei der Sauerstoffflasche für den Operationssaal, dem Fetaldoppler, der Milchpumpe, den Personenwaagen, Stauschläuchen, den Fieberthermometern und dem elektronischen Blutdruckmessgerät groß.

Neugierige Kindergesichter waren natürlich auch dabei

Ich habe die Bereichsleiter des Krankenhauses gleich in die Geräte eingewiesen, damit sie es den Kollegen weitergeben können.

Die fahrbare Transportliege ist noch in einem anderen Schiffscontainer zu uns unterwegs und wird dem Krankenhaus Kiveve alsbald nachgebracht. Auch die zahlreichen Materialien für die Physiotherapie sortiere ich erst noch aus.

Nach und nach werde ich die Waisenhäuser, sowie die Kinder im Dorf mit den notwendigen Spenden versorgen. Darüber halte ich euch in einem weiteren Beitrag auf dem Laufenden.

Herzlichen Dank an jeden Einzelnen in der Heimat, der bei dieser Aktion mitgewirkt hat!!! Egal ob mit Geld- oder Sachspende, bei der Organisation oder indem andere dafür begeistert wurden. Ihr zaubert hier vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht.

Man kann nicht die Welt retten, aber zusammen können wir sie für einige, etwas schöner machen!!


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