Mein Herzensweg – zurück in den Kongo

Lieber Leser,

in wenigen Tagen ist es soweit und ich breche auf zurück in die Dem. Republik Kongo. Doch diesmal ist es anders, diesmal werde ich für unbestimmte Zeit dort bleiben, arbeiten und leben.

Es ist immer noch sehr präsent dieses Gefühl, als ich Ende März dieses Jahres nach sechs Wochen Aufenthalt im Kongo nach Deutschland zurück fliegen musste. Innerlich war ich untröstlich, wollte eigentlich in Boma bei meinen Herzensprojekten bleiben, wo ich mich so frei, glücklich und geerdet fühle.

Kurz vor der Heimreise telefonierte ich noch mit meinem Bruder in Deutschland und teilte mit ihm meine Gedanken und Empfindungen. Er bestätigte mich in meinem Zukunftswunsch und gab mir erstmals das Gefühl das mein Traum wahr werden könnte.

Zurück in der Heimat schaltete sich zunächst mein Verstand ein. Ich habe ein sicheres und schönes Leben in Deutschland, meine Familie und Freunde um mich, eine Arbeit die mir Freude und zugleich Freiheiten für meine Kongoprojekte gibt. Wollte ich all das wirklich aufgeben, alles hinter mir lassen?

Doch der Wunsch meiner Stimme des Herzens zu folgen wurde immer größer, dieses Gefühl konnte und wollte ich nicht mehr ignorieren. Ich schrieb dem Bischof von Boma eine Email ob es die Möglichkeit gäbe bei der Caritas vor Ort zu arbeiten. Es war der Start eines inneren Prozesses, der in Wahrheit wohl schon lange vorher in Gang gesetzt wurde, um jetzt diese endgültige Entscheidung zu treffen, alles hinter mir zu lassen und im Kongo zu leben.

Es folgte die Kündigung meiner Arbeit und Wohnung, das Verkaufen meines Autos und meiner meisten Sachen, viel Organisatorisches, Vorbereitungen für meinen neuen Lebensabschnitt im Kongo und letztendlich die Abmeldung meines Wohnsitzes.

Diese letzten sechs Monate waren für mich ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits die Freude bald zurück im Kongo zu sein, andererseits gab es vieles zu verabschieden. Auch wenn mir die Rückkehr jederzeit offen steht, so lasse ich doch mein komplettes altes Leben hinter mir. Zunächst bedeutet es erst mal Abschied zu nehmen. Gleichzeitig habe ich den Sommer mit Familie und Freunden sehr genossen, ich bin dankbar für jede schöne Begegnung und die Zeit die wir die letzten Monate zusammen erleben durften.

Nun in fast schon wenigen Stunden, am 9. Oktober ist es soweit und ich sitze im Flugzeug zurück in den Kongo.

Wenn ich in Boma ankomme, werde ich mich erstmal von den Strapazen der letzten Wochen erholen, mir eine kleine Wohnung suchen und mich um unsere Vereinsarbeit kümmern. Am 1. Dezember beginne ich eine Arbeit bei der Caritas in Boma und nebenbei werde ich mich um die Begleitung unsere Projekte von Motema Congo kümmern und euch auf dem Laufenden halten. Nächstes Jahr im Sommer habe ich sechs Wochen Urlaub in der Heimat bei der Familie geplant.

An dieser Stelle möchte ich vor allem meiner Mama und meinem Papa danken, ihr habt mir über die Jahre starke, sichere Wurzeln gegeben und später Flügel um in meine Freiheit zu fliegen. Ihr möchtet nur das ich glücklich bin, egal wo auf dieser Welt. Mein tiefer Dank gilt meiner Schwester Sabrina, meinem Bruder Steve und meiner besten Freundin Sandra, ihr habt mich von der ersten Minute an bestärkt auf meine innere Stimme zu hören und mir zu jeder Tages und Nachtzeit Mut gegeben, wenn er mich kurzzeitig verlassen hat. Ohne euch wäre ich jetzt nicht da wo ich bin.

Danke an meine komplette Familie, meine Oma und meinen Opa, sowie Tanten und Onkeln und alle meine Freunde des Herzens. Es berührt mich sehr wie ihr mich alle auf eure eigene Art und Weise unterstützt und für meinen Weg stärkt. Ich fühle mich von euch sehr getragen!!!

Ich weiß wir sind verbunden auch wenn ich im Kongo bin.

Danke auch von Herzen an meine Freunde im Kongo, die an meiner Seite sind und mich immer mit offenen Armen empfangen.

Ich werde euch weiterhin berichten wie sich mein Leben in Boma gestaltet und sich unsere Projekte vor Ort entwickeln.

*Egal wohin du gehst, gehe mit deinem ganzen Herzen und vergiss niemals wo du herkommst*

In Verbundenheit

Eure Jessica

Vor zwei Wochen hat der regionale Fernsehsender TVA ein Porträt von mir und meinem Weg zurück in den Kongo gedreht.


12 Gedanken zu “Mein Herzensweg – zurück in den Kongo

  1. Liebe Jessica,
    von ganzem Herzen Glück und Erfüllung im Kongo. Sie sind bewundernswert. Alles wird gut, wenn man seinem Herzen folgt und so offen und hilfsbereit ist, wie Sie es sind. Ihr Projekt ist großartig und ich bin glücklich, hin und wieder einen kleinen Beitrag leisten zu können.
    Alles Liebe für Sie
    Angela Bock

  2. Hallo Jessica!
    Ich wünsche dir einen guten Flug morgen und eine entspannte Rückkehr im Kongo! Dass du ganz viel erleben wirst, ich bin schon so gespannt auf deine Erzählungen!
    Ich drück dich 💖
    Ramona

  3. Liebe Jessica,
    sicher sitzt du gerade im Flugzeug und „fliegst“ in einen neuen Lebensabschnitt. Dazu wünsche ich dir alles Gute, viel Glück und Freude. All deine Wünsche und Pläne sollen in Erfüllung gehen !
    Freu mich jetzt schon auf deine künftigen Nachrichten.
    Herzliche Grüße Reingard
    Von meinem iPhone gesendet
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  4. Guten Morgen liebe Jessica!
    Jetzt bist Du schon in Boma angekommen und wir hoffen und wünschen Dir von ganzem Herzen, dass alles so wird, wie Du es Dir vorgestellt hast und Dein Herzenswunsch sich erfüllen kann.
    Hab einen guten Start und eine gute Zeit, pass auf Dich auf und drücke unsere Patenkinder bitte von uns !
    Und wir freuen uns von Dir zu hören,
    Alles Liebe und Gute
    Hanni mit Familie

  5. Hallo Jessica ich denke heute schon den ganzen Tag an dich, alles alles Liebe zum Geburtstag, ich hoffe daß die Glückwünsche bei dir ankommen. Einen schönen Tag bei deiner großen Familie und viel Glück und Freude wünscht dir Gisi

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