Liebe Leser,
ich freue mich euch heute aus der Dem. Republik Kongo zu erzählen, dass unsere Ausbildungsstätte für Menschen ohne Schulbildung in Boma, bereits seit Ende Mai eine unabhängige Stromversorgung besitzt, worüber wir jeden Tag nicht nur sehr dankbar, sondern auch äußerst glücklich darüber sind.
Die Vision davon hatten wir von Beginn an, aber Gestalt von konkreten Plänen bekam es im Frühjahr 2025. Dank einer sehr großzügigen Einzelspende, hatten wir Ende April unerwartet plötzlich, die finanziellen Mittel für die geplante Errichtung einer Solaranlage vor Ort beisammen. Für mich immer wieder überraschend und erfreulich zugleich ist, wie schnell die Umsetzung eines Projektes im Kongo vonstatten geht, sobald finanzielle Mittel vorhanden sind.
Wir haben uns gemeinsam im Team aus zwei Bewerbern, für einen Ingenieur aus der näheren Umgebung und einen von ihm erstellten Kostenvoranschlag entschieden. Nach eingehender Prüfung und fachlicher Beratung aus Deutschland, einhergehend mit einer höher Skalierung der Anlage für die Zukunft, haben wir von Motema Congo e.V. uns für eine 10 KW Anlage und der aktuell technisch besten Qualität geeinigt. Selbst wenn wir dafür erstmal etwas mehr als für die Mindestanforderung investieren mussten, werden wir langfristig davon profitieren und soweit absehbar, zusätzliche Ausgaben vermeiden.
1. Lieferung der Materialien
Anfang Mai war es soweit und der Ingenieur kam gemeinsam mit den Solarpaneelen aus Kinshasa an unserer Ausbildungsstätte an. Die Arbeiten vor Ort konnten nun beginnen und die Spannung und Vorfreude bei unserem Motema Congo Team stiegen auf ein neues Niveau.



2. Arbeitsbeginn: Anbringung der Solarpaneele
Das Gerüst wurde errichtet und die ersten Solarpaneele behutsam und sorgfältig montiert.






Teilweise wurde bis spätabends mit Scheinwerferlicht gearbeitet.




Auch für mich war es ein tolle Erlebnis, selbst vor Ort die Umsetzung, Schritt für Schritt mitzuverfolgen.

Schon zu Beginn der Projektumsetzung beschäftigte uns im Team die Frage, wo die Batterien und der Konverter für die Solaranlage untergebracht werden sollten. Nach kurzer gemeinsamer Überlegung, kamen wir zu dem Entschluss, dass wir einen kleinen, elektrotechnischen Installationsraum neben unserem Gebäude der Ausbildungsstätte benötigen.
3. Bau des Elektroraumes für die Technik der Solaranlage
In Höhe von 1.042€ wurde innerhalb von 14 Tagen, zwischen unserem Gebäude der Ausbildungsstätte und der Sanitäranlage, ein Technikraum für die Solarbatterien angebracht. Die Kosten für den Anbau beliefen sich auf 1.042€. Diese Kosten waren für uns ungeplant und mussten wir nun erstmal zusätzlich aufbringen. Aber es war notwendig und wichtig, das Projekt von Beginn an vernünftig umzusetzen und abzuschließen.







4. Installation der Speicherbatterien und des Konverters
Nun kamen wir zum letzten Schritt, die Batterien sowie der Wechselrichter konnten im neu errichteten Anbau installiert werden. Auch dies verteilte sich auf mehrere Tage, es wurde abgemessen, Halterungen angebracht, Kabelkanäle gelegt, verkabelt und angeschlossen.




5. Anbringen der Lichtpaneele für die Nachtbeleuchtung
Die kleinen Paneele beleuchten nachtsüber den Vorplatz des Gebäudes, wo unsere Nachtwächter für Sicherheit sorgen.


Nach genau vier Wochen, waren Ende Mai die kompletten Arbeiten für die Solaranlage an unserer Ausbildungsstätte in Boma abgeschlossen.


Seit fast drei Monaten wird unsere Ausbildungsstätte nun täglich mit Strom versorgt und hat sich in dieser Anlaufphase bereits bestens bewährt. Gerade in der Trockenzeit, die aktuell noch bis Mitte Oktober dauert, ist es sehr oft bedeckt ohne dass die Wolken abregnen und deswegen keine direkte Sonneneinstrahlung vorherrscht. Trotzdem haben wir täglich volle Stromleistung. Um dies zu gewährleisten wurde die Anlage speziell mit einem besseren Schwachlichtverhalten, die bereits ab einer Nennleistung von 200 Watt pro Modul misst (Standard 1000 Watt/m²) ausgestattet und somit kann effizienter Strom generiert werden. Mich persönlich freut es sehr, dass wir ohne Anschluss an das öffentliche Stromnetz, jeden Tag völlig autark mit Strom versorgt sind.
Aktuell versorgt uns die Solaranlage im gesamten Ausbildungsgebäude (zwei Klassenräume, ein Büro und ein Besprechungszimmer, sowie unsere Sanitäranlage) mit Strom für unsere Lichter und Deckenventilatoren. Im Ausbildungsraum werden unsere elektrischen Nähmaschinen sowie die Bügeleisen betrieben. Im Büro laden wir auch unseren Laptop und unser Telefon auf. Und die Wasserpumpe für den Hochbehälter wird ebenfalls komplett mit Solarstrom betrieben. Zudem beleuchten die kleinen Paneele einen Teil des Vorplatzes für die Nachtwächter, die von 19:00 – 06:00 Uhr für Sicherheit bei uns sorgen.





Die Gesamtkosten für das umgesetzte Solarprojekt beliefen sich am Ende auf insgesamt 16.170€. Genau 2000€ fehlen uns bis heute dafür und nach und nach möchten wir diese Summe wieder ausgleichen.
An dieser Stelle bedanken wir uns von Herzen im Namen unseres kompletten Motema Congo Teams und aller Auszubildenden, die aktuell bei uns ausgebildet werden und allen die zukünftig noch profitieren werden, bei jedem Einzelnen von euch, der uns im Rahmen seiner Möglichkeiten, im Kleinen oder im Großen, für die Realisierung dieser tollen Sache so tatkräftig unterstützt hat!!!
Motema Congo ist meine gelebte Mission und ich freue mich was wir gemeinsam schon alles bewirken konnten.
In Verbundenheit aus Boma.
Eure Jessica

Liebe Jessica,
ich bin immer wieder überrascht was ihr alles so vorantreibt. Vielen Dank für eure deine tolle Arbeit im Kongo.
Lg Judith