

Liebe Leser,
ich habe mir überlegt euch hier auf diesem Weg, separat an meinem Leben und Alltag im Kongo teilhaben zu lassen. Nun wohne ich doch schon vier Monate in Boma, in der Demokratischen Republik Kongo und es geht mir gut hier. In einer Welt, in der fast alles auf das Wesentliche beschränkt ist, die Menschen entgegen ihrer Armut, reich an Lebensfreude sind und ich mich trotz persönlicher Einschränkungen, sehr frei und unbeschwert fühle.
Mein anfängliches starkes Heimweh und der Trennungsschmerz von meiner Familie und Freunden sind verarbeitet. Ich freue mich nun dort zu sein, wo ich sein möchte. Ich merke wie ich langsam selbst für mich im Kongo Wurzeln schlage. Natürlich gibt es Tage an denen mir meine Familie und Freunde in der Heimat besonders fehlen, aber es wird immer ein zweiseitiges Blatt für mich bleiben und ich schätze mich glücklich, zwei Heimaten in so verschiedenen Welten zu haben. Anfang März kommt mein Papa bereits das zweite Mal, für drei Wochen nach Boma, um unsere Projekte und nun auch mich, zu besuchen. Darauf freue ich mich schon sehr.
Im kongolesischen Alltag habe ich mich nun gut eingefunden und ich schätze das einfache Leben hier. Immer wieder wird mir bewusst in was für einer privilegierten Welt wir in Deutschland leben. Die Wäsche wird hier nur mit der Hand gewaschen, sodass meine Kleidung schon etwas darunter leidet. Der Strom fällt täglich aus. Einige Freunde von mir, haben bei sich zu Hause seit 01. Januar durchgehend bis heute, keinen Strom. Wenn der Strom ausfällt, wird am Feuer gekocht. Meine selbstgemachten Käsespätzle wurden sehr lecker. Besonders gerne mag ich den gegrillten Fisch.








Jetzt arbeite ich bereits den dritten Monat bei der Caritas in Boma und begleite zusammen mit meinen Kollegen soziale Projekte, für die Bedürftigen der Gesellschaft. Ich schreibe Förderanträge und bin dabei im Austausch mit Bistümern in Deutschland und Österreich. Dadurch sammle ich viel Erfahrung, lerne wichtige Entscheidungsträger in den Institutionen kennen, knüpfe neue Kontakte. Jeden Mittwoch und jedes Wochenende habe ich frei und Zeit, um mich gemeinsam mit meinem Team, um unsere eigenen Projekte von Motema Congo e.V. zu kümmern. Auch hier nehmen die Tätigkeiten immer mehr zu und es freut mich, wie meine Herzensprojekte langsam weiter wachsen.
Am Wochenende besuche ich häufig Freunde, wir essen gemeinsam , unterhalten uns und genießen die Zeit. Hier gibt es kaum Freizeitmöglichkeiten wie bei uns in Deutschland, gleichzeitig empfinde ich es hier im Kongo als stressfrei. Man lässt sich treiben mit dem Fluss des Lebens und die Treffen finden hier eher spontan nach Lust und Laune statt. Ich habe auch schon die eine oder andere Oase der Ruhe für mich gefunden. Immer wieder laufen mir Patenkinder von Motema Congo oder deren Geschwister über den Weg.






Mein soziales Netz wird immer größer und ich habe neue Freundschaften geknüpft, die mein Leben bereichern.


Besonders positiv ist für mich der neue Kontakt zu einer Rennradgruppe, den wohl einzigen Rennradsportlern im Kongo. Wir sind uns zufällig begegnet, als sie im November einen Radschlauch flickten. Dabei kamen wir ins Gespräch und sie haben mich eingeladen mitzufahren. Seitdem radeln wir hin und wieder zusammen. Man muss hier zwar im Straßenverkehr besonders gut aufpassen, aber sobald man aus Boma draußen ist, wird es ruhiger und man ist umgeben von üppiger Natur. In diesen Momenten fühle ich mich dann in der Gruppe auf dem Rad, einfach frei und glücklich. Es ist eine willkommene Abwechslung und ein guter Ausgleich zu meinem sonstigen Alltag.





Genauso genieße ich es immer wieder aufs neue, Zeit mit meiner Kongofamilie zu verbringen. So tun mir die Gespräche mit meinem spirituellen Papa, Pfarrer Polydor nach wie vor gut. Er begleitet mich schon seit 2020. Besuche bei meiner Oma im Kongo, Sr. Francoas und ihre positive Lebenseinstellung, sind immer wieder bereichernd für mein Herz und meine Seele. Sie verbringt ihren Lebensabend sehr idyllisch, umgeben von einem großen Garten, mit Blick zum Kongofluss.


Boma ist umgeben von einer satten, grünen Natur. Hin und wieder gehe ich in Begleitung von meinem Bruder Arthur oder einer Freundin spazieren, um meinen Akku für den Alltag wieder aufzuladen. Vom Kongofluss wohne ich zu Fuß nur 10 Minuten weg.





Im Kongofluss herrscht eine sehr starke Strömung und vor allem jetzt während der Regenzeit ist der Wasserstand sehr hoch, sodass man nicht darin schwimmen kann. Allerdings waschen sich am Rande des Flusses täglich Einheimische und so bin ich eines Tages auch hinein, um mich abzufrischen. Es war einfach herrlich im Einklang mit der Natur zu sein.







Das Meer mit der Stadt Moanda, liegt eine Stunde mit dem Auto von Boma entfernt. Bisher war ich einmal für ein Wochenende dort. Früh am Morgen schon, war ich am Strand spazieren und sah den Fischern bei ihrer Arbeit zu.


Besonders am Meer habe ich gefühlt, genau richtig auf meinem Weg zu sein, alles weitere wird sich fügen.
Ich freue mich, euch bald mit weiteren Eindrücken von meinem jetzigen Leben im Kongo, teilhaben zu lassen.
Herzensgrüße aus Boma
Jessica
Liebe Jessica, es ist so schön, deinen Bericht und die vielen Bildern zu sehen! Ich finde, du machst das sehr gut dort, helfen und selbst dort zur Ruhe kommen… Und die Arbeit länderübergreifend!!! Du bist am richtigen Platz!
Ich wünsche dir viel Gesundheit und Glück, und bleib behütet!
Von Elisabeth Krempl aus Schweinfurt
Hallo Jessica 🤗
Danke für deine Schönen Eindrücke vom Kongo!Ich bewundere deine Arbeit und freue mich sehr ,das du dich schon eingelebt hast!
Kann ich denn noch eine Patenschaft für ein Kind übernehmen????
LG Andrea
Liebe Andrea, leider konnte ich keine E-Mail Adresse von dir ausfindig machen, weshalb ich hier auf diesem Wege antworte. Wir begleiten derzeit 36 Schulpatenkinder. Um alle so individuell wie möglich zu begleiten nehmen wir gerade im Moment während dem Schuljahr keine neuen auf. Aber wir bauen gerade an der Ausbildungsstätte für Menschen ohne Schulbildung und möchten zeitnah junge Frauen zur Schneiderin ausbilden. Vielleicht kannst du dir ja dann vorstellen eine Patenschaft für eine junge Frau für die Ausbildung zu übernehmen? Beste Grüße aus dem Kongo
Gerne darfst Du dich auch für nähere Fragen per E-Mail an uns wenden. kongo.hilfe@posteo.de
Liebe Jessica!
Vielen Dank für Deinen schönen Bericht und Deine Impressionen aus dem Kongo !
Es hört sich wirklich so an, dass Du inzwischen so richtig im Kongo angekommen bist !
Wir freuen uns so für Dich !!!!!
Pass bitte auf Dich auf und wir freuen uns jedesmal von Dir und Deinem neuen Leben zu hören.
Herzliche Grüße an Dich und Dein Team und natürlich an unsere Patenkinder !
Alles Liebe
Hanni mit Familie